Die
Ambua Lodge liegt im südlichen Hochland von Papua Neuguinea mit
sensationellem Blick über das Tari Tal. 2001 wurde die Lodge von
der "National Geographic Adventure" als eine der 10 weltweit
besten Ecotourismus Einrichtungen ausgezeichnet. Und dies nicht ohne
Grund: Ambua Lodge hat es geschafft, die Umgebung und einzigartige Kultur
dieses Gebietes zu fördern und so das kulturelle Erbe zu unterstützen
und zu erhalten. Das Tari Tal ist die Heimat des wohl farbenprächtigsten
Stammes Papua Neuguineas: der Hulis. Die Hochland Provinzen dieses faszinierenden
Landes sind erst 1935 entdeckt worden. Bis zu diesem Zeitpunkt wußte
der Rest der Welt nichts von der Existenz der Hulis, noch kannten diese
den Weißen Mann. Hier wurde eine Kultur entdeckt, die sich von
allen bisher bekannten des Landes unterschied. Die Hulis sind ein Stamm
von Kriegern und Farmern, berühmt geworden duch ihre farbenfrohe
Gesichtsbemalung und das
Tragen
von pilzförmigen Perücken aus ihrem eigenen Haar. Die Traditionen
haben bis heute überlebt. Es hat sich nicht viel geändert
in diesem auf 2000 Meter hoch gelegenen Tal. Der Besucher fliegt entweder
nach Tari, wo er von den Mitarbeitern der Lodge (die alle dem Stamme
der Huli Wigmen angehören) abgeholt wird und auf dem Highway (der
allerdings mehr einem schlechten Feldweg gleicht) in ca. 2 Stunden bis
zur Ambua Lodge gefahren wird. Die bequemere Anreise erfolgt mit der
Privatmaschine von transniugini tours, wobei man hier auf einem äußerst
kleinen Airstrip nahe der Lodge landet. Doch keine Angst: die Piloten
Papua Neuguineas gelten als die besten der Welt!
Die Lodge
liegt am Rande des Tals mit einem sensationellen Blick auf das Tari
Valley. 40 Rundbungalows bieten den Gästen einen 180° Blick.
Die Bungalows verfügen über ein Bad mit DU/WC und Heizdecke
im Bett (was in den kühlen Nächten des Hochlandes sehr angenehm
ist). In der Lounge wird an kühlen Nächten der offene Kamin
angezündet. Wer möchte, kann sich nach einem erlebnisreichen
Tag bei den Hulis im hauseigenen Spa oder der Sauna erholen.
Die
Aktivitäten der Lodge umfassen Naturwanderungen durch die nahe
Umgebung der Lodge mit einem einheimischen Führer, Vogelbeobachtungstouren
und natürlich die Ausflüge zu den Hulis, wobei man hier die
Chance bekommt, die jungen Männer zu besuchen, die unter Anleitung
des Headmen ihre Haare wachsen lassen. Die Aufführung spiritueller
Tänze oder der Besuch des Frauen und Männerhauses wird den
Besuchern ermöglicht und die Hulis lassen es sich auch nicht nehmen,
ihre Schießkunst mit Pfeil und Bogen zu demonstrieren. Enthusiasten
im Bird Watching werden sicherlich nicht enttäuscht: um die Ambua
Lodge herum leben 13 verschiedene Pardiesvogelarten, unter ihnen der
Superb Bird of Paradise, dessen Federn die Hulis zum Schmücken
ihrer Perücken benutzen.
Mein
perfekter Tag - Extratour Tip von Kirsten Clahr Um 06.00h klopft
es an der Bungalowtür: your wake up call! Schnell noch ein aufwärmender
Kaffee in der Lounge, dann fährt mich der Bus ein Stück den
"Highway" hinauf. Mit Joseph laufe ich auf dem Weg entlang
und versuche, Paradiesvögel in den Bäumen zu entdecken. Dies
ist keine leichte Aufgabe für mein ungeschultes Auge. Für
Joseph allerdings kein Problem: look look - bird of paradise! Ich sehe
zunächst nur moosbewachsene riesige Bäume. Doch dann erspähe
auch ich ihn: die langen Schwanzfedern sind nicht zu übersehen.
Es ist ein Sicklebill Bird of Paradise. Noch einige weitere Arten sehen
wir an diesem Morgen (unter ihnen der King of Saxony). Doch dann geht
es erst einmal zurück zum üppigen Frühstück in der
Lodge. Um 09.00h breche ich zur
Tagestour
auf. Endlich werde ich die Huli Wigmen sehen. Der Bus fährt über
den holprigen Highway. Nach ca. einer Stunde Fahrt biegen wir ab. Die
Hulis haben ihre Land durch Lehmwälle unterteilt, so können
die Schweine nicht entkommen und die Feinde nicht unbemerkt eindringen.
Aus einem kleinen Tor tritt ein im Alltagsdress gekleideter Huli. Er
ist der Headman. Unter seiner Leitung lassen sich junge Männer
ihre Haare wachsen, um dann nach ca. 18 Monaten die Haarpracht abschneiden
zu lassen. Die Haare werden dann von den Perückenmachern zu einer
Perücke verarbeitet. An einem kleinen Bach dürfen wir zusehen,
wie das heilige Wasser auf die Köpfe der Männer geträufelt
wird. Anschließend geht es weiter. Wir kommen an ein weiteres
Tor. Hier werden wir zu einigen Männern gebracht, die nun anfangen,
sich für einen Tanz anzukleiden. Wir dürfen beim Schminken
zusehen und dann führen uns die Hulis ihren spirituellen Tanz vor.
Anschließend
bedanken sie sich in Huli Sprache für unser Interesse an ihrer
Kultur. Unser Guide übersetzt uns ihre Worte. Ich bin gerührt
und fast beschämt. Schließlich müssen wir uns bedanken,
an dieser einzigartigen Vorführung teilhaben zu dürfen. Arime
- wir bedanken uns in Huli Sprache. Die letzte Station auf dieser Tour
ist der Besuch eines Männerhauses sowie eines Frauenhauses. Die
Damen zeigen uns, wie sie Matten weben und ihre traditionellen Blattröcke
herstellen. Ich muß natürlich zur Belustigung aller einen
der Röcke anprobieren.
Zurück
in der Lodge will Joseph mich noch auf den zweistündigen Natur
Walk begleiten. Hier geht es durch den Wald hinter der Lodge über
Rattanhängebrücken, die über rauschende Wildbäche
führen, an Urwaldriesen mit Orchideen bewachsen vorbei zu atemberaubenden
Wasserfällen. Nach all den Aktivitäten und Erlebnissen falle
ich abends nach dem Essen totmüde in mein Bett, das bereits durch
die Wärmedecke vorgeheizt ist und bin unglaublich dankbar, daß
ich dieses noch unberührte Stück Erde erleben durfte.