Reisetagebuch

Extratour Mitarbeiterin Kirsten "Clahr in Gefahr" - unter Haien auf Fiji
Teil 2

18.05. Nachts um 02.30h ist die Aggressor gestartet, um die weit draußen liegenden Riffe Hi-8 und E-6 zu erreichen. Bei Sonnenaufgang sind wir da. Die Riffe fallen mehr als 1000m tief ab, hier erwartet uns herrlichstes Steilwandtauchen. Da das Schiff nirgendwo ankern kann, bleibt es permanent in Bewegung. Zum Tauchen fährt uns der Kapitän ziemlich nah ans Riff und auf Komando springen alle gleichzeitig von Bord und schwimmen auf die Riffwand zu. Beim Auftauchen entfernen wir uns von der Wand und die Aggessor fährt rückwärts an uns heran, um uns wieder aufzulesen. Alle sind begeistert: wir haben einen schönen Barracudaschwarm an Hi-8 gesehen, sowie einen Weißspitzenriffhai. Beim Tauchplatz E-6 wiederholt sich die Tauchprozedur. Am Ende des Tauchgangs schwimmen wir durch tolle Spalten und Höhlen, in die das Sonnenlicht fällt. Vor den Höhlen strömt es und wir müssen ein wenig härter arbeiten. Nachts müssen wir den Platz wieder verlassen, da es hier keine geschützen Ankermöglichkeiten fürs Schiff gibt. Doch das das Meer heute sehr ruhig ist, bietet es beste Bedingungen für diese außergewöhnlichen Tauchspots. Die meisten Gäste machen 4 - 5 Tauchgänge täglich. Da ich erkältet bin, muß ich leider 2 TG ausfallen lassen, was echt ärgerlich ist. Ich habe dauernd das Gefühl, etwas zu verpassen.

19.05. Der morgendliche Tauchgang vor´m Frühstück verspricht eine wahre Sensation: einen hairy ghostepipe fish. Und er ist wirklich da!!!! Alle sind begeistert. Harlekin- und Robustgeisterpfeiffenfische habe ich schon gesehen, aber von dem haarigen hatte ich bisher nur in Papua Neugiunea gehört, dort soll er in der Milne Bay auffindbar sein. Und jetzt hier auf Fiji - das ist wirklich großartig. Als alle ihre Fotos gemacht haben, umkreisen wir weitere Bommies. Ein Weiß-
spitzenriffhai zieht vorbei und ich entdecke kleine Garnelen und Fische auf Peitschenkorallen. Der nächste Tauchplatz ist vor Wakaya Island (dort befindet sich eines der exklusivsten Resorts von ganz Fiji - Übernachtung zwischen EUR 1300 - 6000). Das Riff hat zwar unter El Nino gelitten, was wir allerdings geboten bekommen, läßt kaum Wünsche offen: 2 Hammerhaie, 2 Schaukelfische, Weißspitzenriffhaie und einen kleinen Harlekingeisterpfeiffenfisch. Hier muß natürlich noch ein Nachttauchgang eingelegt werden!

 

20.05. Heute steht das Highlight auf dem Programm: Haitauchen in der Nigali Passage. Doch da die Strömung noch nicht perfekt ist, findet der early morning dive in Jim´s Alley

 

statt. Ein wunderschöner Platz mit mehreren Bommies. Wir finden zahlreiche Rot- und Strahlenfeuerfische, Nacktschnecken und leuchtend rote Annnemonen mit Annemonenfischen. Ich habe bisher nirgendwo solch rote Annemonen gesehen. Doch dann warten alle gespannt auf den richtigen Zeitpunkt für die Nigali Passage. Mosese und Scott präperieren bereits den Fischcocktail: leckere Thunfischköpfe!!!!! Dann geht es mit dem Zodiak raus zwischen die beiden Riffe. Wir lassen uns mit der Strömung in die Passage treiben. Schon tauchen die ersten grauen Riffhaie auf. Mosese, der die Fischbox trägt, bekommt gleich Gesellschaft von Leroy, einem riesigen Zackbarsch, der immer am Eingang der Passage auf seinen Freund wartet. Auf 20m nehmen wir unsere Plätze unter einem Überhang ein und Mosese befestigt die Fischköpfe direkt vor uns an einem Vorsprung.: die show kann beginnen. Es wimmelt geradezu von Snappern und natürlich von grauen Riffhaien. Einer rammt meinen Kopf und wenig später das Blitzlicht der Kamera. Naja, kann schon mal passieren - im Fressrausch. Es ist großartig: so viele Haie ganz nah zu sehen. Man könnte sie anfassen.... Wir bleiben ca. 20 Minuten, bevor wir uns langsam weitertreiben lassen. Dort, wo die Passage in die Lagune mündet, strömt es ziemlich heftig. Wir sind alle begeistert von diesem tollen Tauchgang, den wir nach dem Mittagessen nochmals wiederholen. Diesen Tauchgang beenden wir in einem wunderschönen Korallengarten, wo es tolle Hartkorallenformationen gibt. Eine Seeschlange ist unterwegs und wir beobachten einige Shrimps in ihren Annemonen. Heute gibt es "nur" drei Tauchgänge, da wir am Nachmittag ein Dorf auf Gau Island besuchen. Wir werden bereits erwartet und begeben uns nach einem kleinen Rundgang ins Dorfgemeinschaftshaus, wo uns der Chief empfängt. Wir überreichen unsere mitgebrachte Kavawurzel und einen kleinen Umschlag (jeder hat vorher USD 15,- gestiftet - von dem Geld werden Sanitäranlagen errichtet). Dann stellt sich jeder von uns kurz der Gemeinschaft vor. Die Dorfbewohner erfreuen uns mit herrlichen Liedern und Tänzen und natürlich werden wir auch aufgefordert, mitzutanzen (keine Pflicht!). Die Kavaschüssel macht ihre Runde und völlig relaxed begeben wir uns wieder aufs Boot. Unser Abessen wurde in der Zwischenzeit im traditionellen Erdofen, dem Lovo, gagart und Luke, unser Chef, serviert es uns auf dem Schiff. Es schmeckt köstlich!

 

21.05. Heute gibt es noch 2 Morgentauchgänge, bevor wir wieder Richtung Suva aufbrechen. Um die Ausrüstung braucht man sich nicht kümmern, die Crew wäscht und trocknet alles. Am Nachmittag erreichen wir Suva. Einige möchten in der Stadt ein wenig einkaufen, so läßt uns der Kapitän mit dem Zodiak ans Dock in der Stadt bringen und fährt mit der Aggressor zurück zum Tradewinds Hotel. Wir schauen uns in der größten Stadt des Pazifiks um und erledigen ein paar Einkäufe. Um 18.00h treffen sich alle wieder an Bord. Da das Abendessen heute an Bord nicht mehr inklusive ist, arrangiert Scott für uns einen Tisch im JJ´s, einem sehr guten Seafood Restaurant. Wer andere Pläne hat, muß natürlich nicht mitkommen.

 

22.05. Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen. Die Transfers sind bereits für alle arrangiert. Ich warte bis 11.00h noch im Tradewinds Hotel, bevor mich ein Taxi zum Flughafen fährt. Heute soll es weitergehen auf die Insel Kadavu. Das dachte ich zumindest - doch: am Flughafen herrscht Chaos: einige Flüge wurden gecancelt. Der Kadavu Flug soll 1-2 Stunden Verspätung haben. Dann die Nachricht, daß zunächst alle Fluggäste, die nach Kadavu gebucht sind, eine Erfrischung und etwas zu Essen erhalten. Das Flugzeug ist noch immer nicht da. Ein Ehepaar spricht mich an: es sind Rena und Bob Forster, die Besitzer des Matana Beach Resorts auf Kadavu, wo ich wohnen und tauchen werde. So warten wir gemeinsam auf Neuigkeiten. Letztendlich erfahren wir, was wir schon vermutet hatten: der Flug ist gecancelt. Air Fiji hat ein Hotelzimmer für uns im Penisula Hotel in Suva arrangiert und dorthin werden wir gebracht. Tja, das passiert schon mal! Wir verabreden uns zum gemeinsamen Abendessen. So erfahre ich schon einiges über Dive Kadavu.

          

23.05. Nächster Versuch: das Taxi holt uns um 06.30h vom Hotel ab. Am Schalter checken wir erneut ein und um 08.00h sitzen wir tatsächlich im kleinen Flieger nach Kadavu Island, der 4. größten Insel von Fiji. Schon eine halbe Stunde später landen wir und laufen vom Airstrip zum Strand hinüber, wo das kleine Boot schon darauf wartet, uns zum Resort zu fahren. Nur noch 10 Minuten und wir landen an dem traumhaften Strand des Matana Beach Resort. Jetzt erst mal ein leckeres Frühstück, die Pancakes sind klasse! Mein Bungalow steht direkt am Strand - so habe ich es mir vorgestellt. Das Resort liegt gleich neben einem kleinen Dorf. Da kann es auch mal passieren, daß der Village Chief vorbeikommt, um Hallo bzw. Bula! zu sagen und die neuen Gäste zu betrachten.
Der beste Platz im Resort ist die Beach Bar, die Bob zum Sonnenuntergang öffnet: ein herrlicher Platz für ein Glas Wein oder ein Fiji Bitter, bevor die Trommel zum Abendessen ruft.

24.05. Wir haben einen Tagesausflug (3 Tauchgänge) auf die andere Inselseite zum Astrolabe Reef geplant. Mit Glück soll man hier Mantas sehen......
Zuerst bringt uns das kleine Boot zurück zum Strand von Vunisea (wo auch der Airstrip ist). Hier klettern wir in einen Pick Up und verstauen die Ausrüstung irgendwo zwischen uns. Über eine holprige Piste tuckern wir auf die andere Inselseite (5 Minuten), wo das große Boot von Dive Kadavu schon mit Flaschen ausgestattet auf uns wartet. Bis zum Manta Reef sind es jetzt nur noch wenige Minuten. Die eleganten Schwimmer lassen sich heute allerdings nicht blicken. Dafür tauchen wir durch Tunnel, über herrliche Hartkorallen (der Zustand der Korallen ist hervorragend). Wir sehen unzählige Annemonen (auch rote) mit Annemonenfischen, begegnen 3 Schildkröten und einigen Weißspitzenhaien. Das Mittagessen erhalten wir an einem kleinen Strand, wo uns der Village Chief empfängt und 2 Frauen aus dem Dorf uns mit Köstlichkeiten versorgen. Und dann lerne ich noch Charlie kennen. Er ruft uns ein krächziges Bula aus den Baumwipfeln zu und fliegt dann direkt zu uns an den Strand. Charlie ist ein farbenfroher Kadavu Papagei, den die Dorfbewohner dressiert haben.
Am Abend: Lovo Night. Auch hier mit schnulziger Musik am Strand und dann wird das Essen aus dem Erdofen auf frisch geflochtenen Matten serviert. Wir sitzen auf dem Boden, unsere Teller sind Blätter und unsere Finger das Besteck. Lecker!

25.05. Zwei morgendliche Tauchgänge am Namalata Reef, nur wenige Bootsminuten vom Resort entfernt. Wir sehen Seegurken mit Imerator Shrimps, einen Napoleon, Rotfeuerfische, lila Fadenschnecken, dicke Muränen und viele bunte Grundeln mit Partnergarnelen. Nachmittags relaxe ich am herrlichen Strand.

 

26.05. - 29.05. Jeweils morgens unternehme ich zwei Tauchgänge. Zwischendurch gibt es eine Tee - und Kekspause an einem herrlich langen Sandstrand mit schwingenden Kokospalmen - Südsee pur! Nachmittags ruhe ich mich am Strand aus oder wandere auf den Hügel hinter dem Resort: von hier aus hat man einen sensationellen Blick über den Strand und die gesamte Bucht. Manchmal erklingen aus dem benachbarten Dorf die Muschelhörner oder auch die Schlitztrommel - dann weiß man, daß der Chief eine
Dorfversammlung einberuft. Ein Höhepunkt der Woche ist mein
Shark Dive!!!! Inmitten

        

von grauen Riffhaien und Weißspitzenhaien darf ich auch einige Fische an die gierigen Räuber verfüttern. Das ist ziemlich spannend!!
Auch der Nachttauchgang ist toll: Gorgonenhäupter und unglaubliche Weichkorallen: die Farbenpracht ist herrlich. Außerdem sind einige Sofakissen-schnecken, Lobster, Kraken und eine Schildkröte unterwegs. Jeden Tag lerne ich ein neues fijianisches Wort - eins der wichtigsten für mich: nunu = tauchen.

 

30.05. Es ist ein wenig traurig, diese gastfreundlichen Menschen von Dive Kadavu verlassen zu müssen. Isaaki, der Dive Instructor und Bob und Rena winken so lange, bis das Boot außer Sichtweite ist. Am Airstrip habe ich noch eine halbe Stunde Zeit, dann landet die kleine Maschine von Sun Air, die mich direkt nach Nadi fliegt. Mit dem Taxifahrer verabrede ich einen Preis, da ich nicht direkt ins Hotel möchte, sondern vorher noch einige Souveniers einkaufen möchte. Er fährt mich zu Jack´s - dem professionellen Handicraft-Dealer. Nach dem Shopping bringt mich ins First Landing Resort. Das Hotel liegt zwischen Flughafen und Lautoka und soll mich für meine letzten zwei Nächte beherbergen. Das First Landing ist ein hübsches kleines Resort mit einer Bar und einem ausgezeichneten Seafood Restaurant. Es gibt einen kleinen Strand und einen hübsch angelegten Pool im Garten. Das Restaurant ist wirklich romantisch: Fackeln am Strand und im Garten, Tische im Sand unter Palmen, eine Band und hervorragendes Essen.

31.05. Das Wetter ist heute ziemlich durchwachsen. Ich entschließe mich, einfach nur abzuhängen und die Tauchausrüstung zu trocknen. Zwischendurch betrachte ich die Segelyachten in der Marina nebenan. Da wird das Fernweh nochmal so richtig wach: hier liegen Yachten aus aller Welt. Am liebsten würde ich auf einer mitsegeln.....

01.06. Mein Taxi fährt mich zum Flufhafen (15 Minuten) und pünktlich um 13.15h startet Korean Air von Nadi nach Seoul. Am Abend nehme ich nur noch den KAL Bus zum Hotel und schlafe mich aus.

02.06. Zurück geht es zum Flughafen und dann trennen mich nur noch 11 Stunden von Frankfurt. Moce Fiji und Vinaka. Es war eine tolle Zeit!

 

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